Suchmaschinenoptimierung deutscher Unternehmen 2016

Suchmaschinenoptimierung deutscher Unternehmen 2016

Search Engine Optimization, Abgekürzt mit SEO, zu Deutsch „Suchmaschinen-optimierung“, wird für alle im Internet vertretenen Unternehmen immer wichtiger. Dabei geht es schlicht und ergreifend darum, über Suchmaschinen vom Verbraucher schnell und einfach gefunden zu werden.

Die Kölner Internetagentur mindshape GmbH hat sich auf die Optimierung der Websites ihrer Kunden spezialisiert. Zum zweiten Mal hat selbige Agentur eine Studie zum SEO deutscher Unternehmenswebsites veröffentlicht. Dabei wurden die Websites von 3.513 deutschen Unternehmen aus 15 Branchen aller Bundesländer analysiert. Von denen wurden allerdings insgesamt 495 Domains von der Analyse ausgeschlossen, da diese aus unterschiedlichen Gründen von Suchmaschinen nicht erfasst oder bewertet werden konnten. Solche Gründe lagen beispielsweise bei Seiten ohne Inhalt zugrunde, oder sogenanntes „Domain Parking“, wobei eine Seite vorerst meist mit Werbeinhalten befüllt wird, bis sie zu einem späteren Zeitpunkt aktiv genutzt wird. Damit waren in diesem Jahr 18 Domains weniger nicht bewertbar, als im letzten Jahr.

Es wurden insgesamt 34 Faktoren bewertet, welche zu den Teilbereichen Crawlability, Technik, Content, OffPage und Social Media gehören. Diese wurden unterschiedlich stark gewichtet, je nach Wichtigkeit für die Suchmaschinen-Optimierung. Dabei waren beispielsweise die Einbindung von Videos oder Dokumenten weniger relevant, als das Vorhandensein von Inhalten in der XML-Sitemap oder Responsivität. Insgesamt konnte eine Website 78 Punkte erreichen, welche einem optimalen mIndex von 1 entsprechen.

Leichte Verbesserungen der Vorjahreswerte

Zur Auswertung wurden zwischen 5 und 9 URLs der jeweiligen Website zufällig ausgelesen – dazu gehören auch das Impressum und die Datenschutzerklärung. Somit wurden insgesamt ganze 22.497 URLs ausgelesen und analysiert. Schließlich bewertete die Agentur jede Website mit einem mIndex zwischen 0 und 1 – bundesweit ergab sich so ein Durchschnittswert von 0,39. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dieser Wert um 0,02 gestiegen, dennoch sieht das Unternehmen hier noch großen Optimierungsbedarf.

Der SEO-Index nach Branchen

Der SEO-Index nach Branchen (Screenshot: Mindshape)

Die am schlechtesten optimierte Website erreichte gerade einmal einen Wert von 0,12. Im letzten Jahr lag der niedrigste Wert bei 0,13. Erfreulich ist hingegen der stärkste Wert von 0,83.

Das schwächste Gewerbe ist in diesem Jahr, wie auch 2015, das Baugewerbe mit einem Durchschnittswert von 0,36. Während im letzten Jahr die Branche Pädagogik und Ausbildung den besten mIndex erreichte, ist es in diesem Jahr die Dienstleistungsbranche mit einem mIndex von 0,42. Die stärkste Verbesserung erfuhr die Energie- und Umweltbranche. Sie verbesserte sich von einem Wert von 0,35 auf 0,41.

mindshape kritisiert vor allem, dass vielen Websites schlicht und ergreifend das Fundament fehle. Dazu gehört der aktuelle HTML-Standard HTML5, welcher von nur 30% der Websites genutzt wird. Das sind nichtsdestotrotz immerhin 14% mehr als 2015. Den größten Nachholbedarf sieht das Unternehmen im Bereich der Crawlability, also der allgemeinen Sichtbarkeit einer Website in Suchmaschinen: lediglich 58% (3% mehr als in vergangenem Jahr) nutzen eine robots.txt.

Responsive Design mittlerweile klares Muss

Es ist auch nicht zu unterschätzen, dass große Suchmaschinen wie Google responsive Websites bevorzugen. Also solche, welche sich in ihrer Benutzerfreundlichkeit auch mobilen Geräten wie Tablets und Handys anpassen können. Bei lediglich 27% der analysierten Firmenseiten handelt es sich um solche responsiven Websites.

Vergleich Responsive Webdesign 2015/2016

Gut sichtbar: Zunahme responsiver Seiten (Screenshot: Mindshape)

Es wird außerdem betont, wie wichtig Content für eine Domain ist. mindshape bezeichnet Content als das „A und O“ der Suchmaschinenoptimierung. Dennoch ist die durchschnittliche Anzahl an Worten von 218 im letzten Jahr, in 2016 nur auf 223 Worte gestiegen.

Für viele Branchen spielt Social Media keine sehr große Rolle, doch für einige, wie die Freizeit- und Tourismusbranche, die Dienstleistungsbranche oder auch für Pädagogik und Ausbildung ist es durchaus von Belang, auf den Websites Aktivitäten auf Netzwerken wie Facebook oder Twitter zu verlinken. Trotzdem werden auch hier nur Durchschnittswerte zwischen 0,27 und 0,28 verzeichnet.

Man kommt zum Schluss, dass im Vergleich zu 2015 in allen Bereichen Verbesserungen zu beobachten sind. Dennoch gibt es nach wie vor großen Optimierungsbedarf in der SEO. Firmen, die ihre SEO vernachlässigen, verpassen damit eine große Möglichkeit, ihre Sichtbarkeit und somit ihren Kundenstamm zu vergrößern.

Beitragsbild: © seoplanter – flickr.com